Ride Attack

Wenn der ÖAMTC zu Motorrad-Testtagen einlädt muss man dem natürlich folgen.
Zur Wahl standen Motorräder von BMW über Harley-Davidson bis hin zu Yamaha. Das Event war gut besucht und wie gewohnt perfekt organisiert. Aufgrund der doch etwas höheren Temperaturen kam ich am Ende auf 9 getestete Bikes was aber vollkommen ausreichend war.

BMW 1200 GS
Gleich mit dem besten zu Beginnen war vielleicht keine so gute Idee aber die Gelegenheit war da und ich wollte die große GS unbedingt fahren. Ich hatte große Erwartungen und wurde nicht Enttäuscht. Die Dicke lässt sich um die Kurven zirkeln, dass es eine Freude ist und der Schaltassistent ist ein interessanter Kompromiss zur Automatik. Auch die Sitzposition war Perfekt und ich fühlte mich rundum wohl. Jetzt verstehe ich warum viele Tourenfahrer so auf die GS schwören.

Moto Guzzi V9 Roamer
Da der KTM Stand bereits belagert war kamen die Bikes von Moto Guzzi dran. Da ich ja ein heimlicher Fan solch klassischer Bikes bin musste das einfach sein. Der Kollege der 2-Rad-Börse schlug mir vor einfach beide V9 zu vergleichen (Roamer und Bobber) was ich natürlich nicht ausschlagen konnte.
Die Roamer ist ein schönes klassisches Bike, perfekt geeignet für die stylische Fahrt zum nächsten Café oder auch für eine kleine Tour zum Wochenende. Die Sitzposition ist auch für größere Fahrer (1,93) geeignet und trotz der 55 PS gibt das Ding schön Stoff.

Moto Guzzi V9 Bobber
Die Bobber ist bis auf die breiteren Reifen und den geraden Lenker technisch ident mit der Roamer. Nach der ersten Kurve merkt man aber sofort, dass sich dadurch das Fahrverhalten komplett ändert. Wenn die Roamer das gemütliche ist dann ist die Bobber das Spaß-Bike. Es hat echt spaß gemacht mit der Bobber über die Teststrecke zu ziehen und auf den Geraden richtig Gas zu geben.

BMW F800 GS
Wieder ein kurzer Abstecher zu BMW da hier nun die kleine GS, die 800er, frei war. Im ersten Moment war es ein komisches Gefühl als hätte ich nur eine halbe GS unter mir. Die Straßenlage kam mir ebenfalls merkwürdig vor was möglicherweise an dem groben Profil der Reifen lag. Alles andere war wie beim großen Bruder und durchaus Kauf- und Fahrbar. Sicher auch ein Bike für lange Touren, egal ob On- oder Off-Road.

KTM 1290 Super Adventure
Endlich war der KTM Stand weniger besucht und die große KTM war frei. Auf zum Vergleich mit der GS. Vielleicht liegt es daran dass ich ein BMW-Fahrer bin, ich muss zugeben ich war enttäuscht. Keine Frage die KTM ist sicher ein gutes Bike aber ich fühlte mich nicht so recht wohl. Die Gasannahme war schwammig im Vergleich zur GS und ich hatte Probleme den Schalthebel zu bedienen (beide Bikes wurden im Road-Modus gefahren). Die Sitzposition war gut und ich hatte keine Probleme die KTM um die engen Kurven zu führen.

Honda NC750X
Die Honda NC750X war auch auf meiner Liste der Bikes die es zu fahren galt. Leider hat diese Maschine mich am meisten Enttäuscht. Hauptsächlich lag es an der Automatik die sicherlich gut ist für Fahrer die sich das Schalten ersparen wollen aber meiner Meinung nach geht hier der meiste Fahrspaß verloren. Auch eine „richtige“ Sitzposition war für mich nicht zu finden. Als wäre die Sitzbank für Personen mit einer größeren Sitzfläche gemacht worden. Ein nettes Gimmick an der Maschine ist aber die Ablage an der Stelle wo normalerweise der Tank ist. Dort geht sich sogar ein Jet-Helm aus.

Kawasaki J300
Als Entspannung für zwischendurch gab es ein paar nette Runden auf einem Roller. Der Kawa J300 lächelt mir fast jeden Tag auf meinem Arbeitsweg entgegen und nun konnte ich ihn endlich mal testen. Die Fahrt war wenig spektakulär aber genau so wie ich es von einem 300er Roller erwartet hatte. Draufsitzen und losfahren. Bequeme Sitzbank (groß genug für 2 Personen), gute Straßenlage und genug Power um auch mal kurz auf die Autobahn ausweichen zu können.

Harley Davidson Road King
Zu guter Letzt gab es noch eine Fahrt auf einer Harley und zwar auf der Road King und damit die Überraschung des Tages. Ich hatte schon öfters mit dem Gedanken gespielt mal Harley zu fahren und immer ziemlich bammel davor. Großes Bike, schwer, kaum zu beherrschen ging mir durch den Kopf. Sobald das Bike aber losrollte waren die Bedenken vergessen. Mir blieb dir Spucke weg wie spielend leicht sich die Harley umlegen ließ und ich damit durch die Kurven kam. Ich sah mich schon in Gedanken die Route 66 damit entlang cruisen. Trotzdem war ich froh wieder heil am Harley Davidson Stand anzukommen.

Abschließend ist zu sagen, dass alle getesteten Bikes natürlich ihre Daseinsberechtigung haben und der eine lieber gemütlich fährt und der andere nur glücklich ist wenn er am Bike hart arbeiten muss. Hätte ich mir an diesem Tag zwei Bikes aussuchen können wären es wohl die große GS und die Bobber geworden. Eine für die Touren und eine für den spaßigen „After-Work-Ride“.
Ein großer Dank gilt dem Team des ÖAMTC Teesdorf und den Mitarbeitern der jeweiligen Hersteller/Händler, die bei strahlendem Sonnenschein den ganzen Tag die Bikes immer wieder neu erklärt haben und gezeigt haben, dass du als Biker immer gemeinsamen Gesprächsstoff hast.
Ich freue mich schon auf nächstes Jahr!
Es sind noch ein paar Eindrücke des Events angehängt und Bilder der gefahrenen Bikes in der richtigen Reihenfolge (leider hatte ich vergessen auch ein Foto von der 1200er GS zu machen, deshalb hier nur ein Beispielbild)